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Umwelt- und Artenschutz in der Jugendanstalt

Inhaftierte und Bedienstete stellen das Insektenhotel vor   Bildrechte: JA Hameln
L. Kamlah, H. Brand und D. Schulz rechts; links Gala-Bau Ausbilder A. Rehfeldt und beteiligte Inhaftierte

Umwelt- und Artenschutz in der Jugendanstalt

Das Notwendige mit dem Nützlichen verbunden

Zur 2jährigen Ausbildung zur Justizvollzugsfachwirtin gehört in der Jugendanstalt Hameln die Planung und Durchführung eines Gruppenprojekts mit Inhaftierten. Für die Anwärterinnen D. Schulz und L. Kamlah fiel die Wahl schnell auf ein Projekt für den Umwelt- und Artenschutz. Mit Blick auf ihre Zielgruppe, Inhaftierte, die in der Arbeitstherapie eingesetzt sind, sollte es vor allem um praktische, handwerkliche Arbeit gehen. Kenntnisse über und Interesse am Artenschutz sollten außerdem vermittelt werden. „Wir wollten ein Projekt verwirklichen, das von Dauer ist und allen nützt“ fasst Kamlah die Ideenphase zusammen. Das Ergebnis: Das Insektenhotel „Bee Happy“ hinter dem Unterkunftshaus 4. Neben der engagierten Arbeit der beteiligten Inhaftierten werden die beiden Anwärterinnen vor allem die große kollegiale Unterstützung aus anderen Anstaltsbereichen positiv in Erinnerung behalten. Die Maurer-, Metallbau- und Tischlerlehrbetriebe standen der von Arbeitstherapeut Heinz Brand angeleiteten „Hotel-Crew“ mit Rat und Tat zur Seite. „Für uns als Dienstanfängerinnen war es eine schöne Erfahrung, so viel Unterstützung von den Kolleginnen und Kollegen zu bekommen. Das nehmen wir mit in unseren künftigen Dienst“, so Schulz. Gleich komplett war der GaLa-Ausbildungsbetrieb mit ins Projekt eingestiegen, half bei den Fundamenten, beim Aufstellen des Hotels und steuerte die Blühwiese rund ums Hotel bei. Anstaltsleiter W. Kuhlmann: „Die Jugendanstalt hat eine Fläche von rund 20 ha mit viel Grün. Da gibt es viele Optionen für den Artenschutz und auch eine Verantwortung. Ich freue mich deshalb sehr über das Projekt unserer Anwärterinnen.“ Das Insektenhotel, dass nach den Empfehlungen der Naturschutzverbände gestaltet ist, könnte auch vor Behörden oder Institutionen in der Region stehen. Die Material und Arbeitskosten würden sich auf zusammen rund 530 Euro belaufen. Über die Anlage einer kleinen Blühweise als Aufstellfläche könnte man vor Ort gesondert sprechen.


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